Nachhaltigkeitsberatung und -kommunikation
in Nürnberg

Meine kurvige Travel-Wende

Ohne Kurve keine Wende. Das sagt auch die bekannte Kübler-Ross-Kurve (https://de.wikipedia.org/wiki/Elisabeth_K%C3%BCbler-Ross). Die Kurve gibt eine so herrlich sachliche und strukturierte Einteilung in die Stufen des (oft nicht selbst gewählten) Veränderungsprozess. 

Neulich ist es mir erst passiert, dass ich mich beim Erstellen meiner Digitalisierungs-Kursfolien dabei ertappt habe, gerade mitten in einer der Phasen zu stecken: Es ging um meine Selbstständigkeit. Das Tagebuch schreiben, das mir unter anderem bei meiner Selbstreflektion helfen sollte, wirkte auf einmal völlig überflüssig. Denn die Phasen der Kübler-Ross-Kurve zeigten mir viel eindeutiger was da aktuell in mir vorgeht. Neu ist heute aber, dass ich die (übrigens von einer Frau erfundene) Kurve schon an Punkt 1 oder 2 im Blick habe. 🧨Also im Schock-Moment. 🧨Wahrscheinlich nachvollziehbar, hat man ja in so einem Moment etwas Wichtigeres im Kopf als systematisch und sachlich an den Prozess der Veränderungen zu denken. 

Aktuell bin ich aber genau in dieser Phase der "Schock-Erkenntnis": 

>> Meine Städte-Trips werden nie wieder so sein, wie sie mal waren. << 

Und ich konnte mich noch nicht mal ordentlich von ihnen verabschieden.👋 Dabei denke ich nicht an den offensichtlicheren Grund, dass es aufgrund des CO2 Ausstoßes nicht vertretbar ist, für ein Wochenende nach Paris zu fliegen. Glücklicherweise gibt es für viele schöne Städte bereits Zug-Alternativen. Nein, wenn ich ganz ehrlich bin, waren meine Städte-Trips bisher vor allem auch Shopping-Trips 👠👜 oder Wein-Trips 🍷 . Zweiteres bezogen auf das Getränk. Nun ist Shoppen immer noch eine Beschäftigung, die ich sehr gerne mache. (Heutzutage ja ein anerkanntes Hobby.) Aber ich betreibe es mit viel Sorgfalt und äußerst selten. Das liegt zugegeben auch daran, dass ich in den Anfängen der Selbstständigkeit nicht so viel verdiene als damals in einem gut bezahlten Industrie-Job. Aber es war der Start für meine Veränderung. Ich konsumiere bewusster. Was für mich vor allem auch heißt > weniger. Zum Shoppen in eine Stadt zu fahren, finde ich aus heutiger Sicht unglaublich seltsam und ist für mich gar nicht mehr nachvollziehbar. Dennoch weint ein Teil in mir beim Gedanken an die Unbeschwertheit, mit der man sich in einen Flug für unter 100 Euro gesetzt hat, um das gesparte dann vor Ort in Kleidung und Prosecco umzusetzen.

Apropos Prosecco - genau: Da war ja noch der Wein. Der gehört ja (um beim Beispiel Paris zu bleiben) bereits ab 11.00 Uhr morgens zum guten Ton. Neuerdings habe ich häufiger die Anwandlung, dass man dieses Selbstverständnis Alkohol zu trinken durchaus auch hinterfragen sollte. Aktuell ist das lediglich eine softe Baustelle, die noch unter dem Arbeitstitel „nachhaltiger Konsum“ abgespeichert ist. Für mehr bin ich noch nicht bereit. Wenn aber die zwei Haupt-Beschäftigungen eines Städte-Trips wegfallen, fallen dann auch die Städte-Trips weg?!? Ein klarer Kübler-Ross-Schock-Moment.😱  Ich werde mich also auf die (CO2 neutrale) Reise zur Veränderung begeben. Ein Zugticket 🎫 von der rationalen Akzeptanz mit Halt im Tal der Tränen. 

Denn Eines ist klar: Irgendwie passt der Städte-Trip von damals nicht mehr in mein Leben und auch nicht in unsere Welt. Gleichzeitig bin ich ein neugieriger Mensch und freue mich tatsächlich schon auf die Prozess-Station „Ausprobieren“. Vielleicht werde ich Kultur-Junkie? 

Die damit über ein paar Ecken verwandte Frage was Städte zu bieten haben, wenn es um die Wahl des Wohnortes geht, stelle ich mir sowieso des Öfteren. Aber diese Frage lasse ich mir gerne bei einem guten Barista-Kaffee ums Eck (in Laufnähe) durch den Kopf gehen. ☕💚

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